Mission-Erde-Entdecken

Polen, die Slowakai und Ungarn

Jeder Ort hat seine eigene Geschichte – und wir erzählen unsere, wie wir sie erlebt haben. Hier findet ihr unser kleines Reisetagebuch (unten der älteste, oben der neueste Eintrag). Wir werden keine täglichen Einträge machen, aber definitiv dann, wenn es etwas zu berichten gibt.

Mit einem Klick auf das Datum öffnet sich der Bericht.

17.-25. August 2025 - 🇵🇱 Quer durch Polen

Polen

Und nochmal...

Schon in Estland wurde das Wetter schlechter, und auch in Lettland sowie Litauen hatten wir kein Glück mit Sonne. Von Muhu sind wir direkt weitergefahren, haben Lettland und Litauen im Regen durchquert und nur kurz auf einem Künstler-Campingplatz gestoppt. Dort hat es wieder geregnet, also entschieden wir uns, Strecke zu machen.

Unser nächster Halt war ein See bei Augustów. Endlich etwas Natur und Ruhe - ein kurzer Moment zum Durchatmen, bevor es weiterging.

Geburtstag

Ankunft

Nach einer langen Fahrt am nächsten Morgen erreichten wir Puchły. Der Campingplatz dort hat uns allerdings nicht wirklich gefallen, und eine Waschmaschine hätten wir dringend gebraucht. Dennoch blieb der Aufenthalt durch Thadeus' Geburtstag in schöner Erinnerung. Wir feierten ruhig, liessen ihn (und uns) mit seinen Geschenken spielen und verbrachten den Tag ganz in trauter Viersamkeit.

Polen

Der Süden

In Szydłowiec fanden wir danach einen angenehmen Stellplatz. Ein Spaziergang durch den Ort, Zeit auf dem Spielplatz und ein Besuch im Hochseilgarten gaben uns das Gefühl, unterwegs auch ein wenig Alltag und Normalität zurückzugewinnen.Dann kamen wir in Raciborsko an. Hier nahmen wir bewusst das Tempo heraus. Statt weiter von Ort zu Ort zu ziehen, entschieden wir uns für einen ruhigeren Rhythmus: pro Tag nur eine Aktion. So wurde die Wanderung am Stausee zu einem ganzen Tag in der Natur, der Ausflug in die Salzmine zu einem spannenden Abenteuer, und Carolinas Geburtstag verbanden wir mit einer Fahrt ins lebendige Krakau. Dieses Ankommen und Durchatmen tat uns allen gut.Uber und Bolt sei Dank sind wir, mal mehr, mal weniger schaukelig, von unserem Campingplatz zu den jeweiligen Ausflugszielen gebracht wurden.In Litauen gibt es im übrigen nur bolt. Taxifahrten zum Beispiel nach Krakau (~30km) kosten zwischen 17€-27€ je nach Tageszeit und Verfügbarkeit. Wartezeiten halten sich im allgemeinen in Grenzen.Wir tauschen den Vor-Filter unseres Wasserfilters: Eisen und Sand haben sich in den knapp vier Wochen abgelagert (oben: neuer Filter, unten: alter Filter).Raciborsko verlassen wir mit vielen neuen Erinnerungen am 26. August und überqueren die Karpaten in Richtung Slowakei.Ein Video von einigen der Stationen in Polen kommt, wie schon zuvor, etwas später.

26. August - 05. September 2025 - 🇸🇰 Die Slowakai

Slowakai

Berge und Sonne

Schon im äußersten Süden von Polen nahmen wir die Landschaft und die Bebauungen als gänzlich anders wahr als zuvor. Die Menschen wirkten wohlhabender und die Natur präsentierte sich wie in alpinen Regionen.

Uns gefiel dieser Wechsel und mit dem Übertritt auf die slowakische Seite änderte sich noch mal etwas: Die Häuser hatten ihr ganz eigenes Aussehen und die Besiedelungsdichte nahm nochmal deutlich ab. Was allerdings reziprog zunahm, waren die touristische Erschließung und das Preisniveau, auf welchem Tickets erstanden werden mussten/sollten. Eine Bergtour auf den Lomnicky kostet für eine Familie wie uns 319 EUR und das nur dafür, dass wir 50 Minuten dort oben bleiben hätten dürfen - wir haben die 319 EUR gespart und sind dafür eher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas weiter gefahren, um eine schöne Wanderung zu einem etwas entfernteren Bergsee zu machen.

Die touristische Erschließung des Popradske Pleso ist allerdings auch maximal ausgebaut und so trügt der Schein der malerischen Idylle, sollte dieser durch die Bilder aufkommen. Die Natur hier oben ist wirklich wunderbar, allerdings versaut es das Hotel mit ihren Autos oder den Rennrädern/Mountainbikes, die mit rasanter Geschwindigkeit entweder die Gäste hier heraufkutschieren oder mit dem Schwung durch die Schwerkraft den Berg herunterrasen (rauf ging es ja meist mit Elektroantrieb).

Aber es gibt unzählige Routen, die weniger frequentiert sind und auf welchen man die Natur wirklich in ihrer Reinform genießen kann. Die hohe Tatra ist einen Besuch wert!

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In der niederen Tatra hat es uns leider ein bisschen erwischt und wir lagen alle mindestens drei Tage flach und benötigten Zeit, uns zu kurieren. Auf einem wirklich schönen Campingplatz fanden wir zum Glück die Ruhe und konnten wieder zu Kräften kommen.

Unser nächster Aufenthalt war geprägt von Ruhe und Naturverbundenheit. Das Gelände liegt am Rand der Krupinská planina, eines weitläufigen Plateaus vulkanischen Ursprungs, das von sanften Hügeln, dichten Laubwäldern und offenen Wiesen geprägt ist.
Die geologischen Basaltformationen und die erhöhte Lage verleihen der Landschaft einen besonderen Charakter und bieten weite Ausblicke über die Mittelslowakei.

Für uns war es ein Ort, an dem wir die geografische Vielfalt der Region erleben und gleichzeitig entspannte Familienzeit genießen konnten. Der Farmcharkter erlaubte uns Tiere der Farm neben uns zu haben (und Thadeus konnte reiten), aber auch die wilden Tiere näher unter die Lupe zu nehmen. Unweit der Farm leben Rehe, Füchse, Hasen, Bussarde und wohl auch Wölfe. Außer dem Wolf haben wir regelmäßig Tiere in der Dämmerung gesehen und während der Nacht gehört.Ein wunderbar ruhiger Ort, der uns für einige Tage festhielt!

05. - 10. September 2025 - 🇭🇺Ungarn

Ungarn

Kurze Einblicke

Kurz hinter der Grenze zwischen der Slowakei und Ungarn liegt der Duna-Ipoly Nationalpark. Dieser beherbergt das sogenannte Donauknie, welches sich mit einem riesigen Mäander durch den Nationalpark schlängelt. Von der Viegrad Citadelle blickten wir auf die Donau und die riesige Donauinsel nördlich von Budapest.

Durch Budapest sind wir im Übrigen "nur" durchgefahren; wir beiden Erwachsenen waren beide schon hier und die Jungs haben das Interesse für Städte bis jetzt nicht entwickelt. 🤣
Nach gerade einmal einer Übernachtung haben wir uns zum Balaton (77 Kilometer Länge und bis zu 14 Kilometern Breite der größte Binnensee Mitteleuropas) aufgemacht. Aus purer Neugier sind wir das Risiko eingegangen, mal in einen wirklichen "Touri-Hotspot" zu fahren.

Auch wenn zum Glück die Hauptsaison wohl beendet war und wir den Trubel nicht sehen konnten, sind wir zwiegespalten von dieser Naturerscheinung und der Gegend. Der See hat eine durchschnittliche Wassertiefe von 3 bis 4 Metern und sehr trübes, fast milchiges Wasser.

Am Balaton gibt es ein Insekt, das jeder Besucher früher oder später kennenlernt: die sogenannten „Balaton-Schnaken“, tatsächlich Zuckmücken (Chironomidae). Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Stechmücken, doch im Gegensatz zu diesen besitzen sie keinen Stechrüssel. Sie stechen nicht – und sind für den Menschen vollkommen ungefährlich.

Ihre Farbe und ihr gutes Gedeihen verdankt die Mücke übrigens einer hohen Algenkonzentration des Sees.

So harmlos die einzelnen Tiere auch sind, in der Masse werden sie für uns eine echte Belastung. Es bilden sie dichte Schwärme, die Autos, Häuser und Boote bedecken. Wer in diesen Wolken steht, kann die Insekten wie ein Brummen hören und empfindet die Insekten schnell als erdrückend und extrem lästig.

Auch wenn Ihre große Zahl auch eine positive Seite hat, konnten wir uns damit nicht arrangieren.
Die Larven der Zuckmücken – kleine rote „Blutwürmer“ – leben im Schlamm des Sees. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und Vögel und tragen so entscheidend zum ökologischen Gleichgewicht des Balaton bei.

Die Weiterreise brachte uns nach Pécs.

Unser Besuch in Pécs hat uns besonders beeindruckt. Die Stadt im Süden Ungarns trägt ihre Geschichte sichtbar im Stadtbild – und gerade diese Vielfalt macht ihren Reiz aus.

Schon die Römer legten hier den Grundstein mit ihrer Stadt Sopianae, deren frühchristliche Grabkammern heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Später entwickelte sich Pécs zu einem bedeutenden christlich-ungarischen Zentrum mit Kathedrale und Bischofssitz.

Im 16. Jahrhundert kam die osmanische Herrschaft, die das Stadtbild nachhaltig prägte. Moscheen, Bäder und Minarette ergänzten die bestehenden Bauwerke, und manche Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt – später wieder zurückgeführt.

So verschmolzen osmanische Architektur und christlich-europäische Tradition zu einem einzigartigen Ganzen. Gerade diese Kulturverschmelzung hat uns in Pécs besonders fasziniert. Es war schön zu sehen, wie Geschichte hier nicht verdrängt, sondern sichtbar nebeneinander besteht und so ein eindrucksvolles Bild der wechselvollen Vergangenheit entsteht.Heute ist Pécs nicht nur Geschichtsbuch, sondern auch eine lebendige Kulturstadt, die stolz ihre Vielfalt präsentiert.

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