Mission-Erde-Entdecken

Von zu Hause bis Estland

Jeder Ort hat seine eigene Geschichte – und wir erzählen unsere, wie wir sie erlebt haben. Hier findet ihr unser kleines Reisetagebuch (unten der älteste, oben der neueste Eintrag). Wir werden keine täglichen Einträge machen, aber definitiv dann, wenn es etwas zu berichten gibt.

Mit einem Klick auf das Datum öffnet sich der Bericht.

13.-17. August 2025 - 🇪🇪 Saarema (Die größte Insel Estlands)

Estland

Saarema

Wir setzten mit der Fähre von Virtsu nach Kuivastu über - der erste Schritt auf die größte Insel Estlands, Saaremaa. Schon die Überfahrt hatte etwas von einem Übergang in eine andere Welt: vom Festland hinein in eine Landschaft aus Meer, Wind und Weite.

Die Insel empfing uns mit Ruhe. Straßen, die sich zwischen Feldern und Wäldern hindurchschlängeln, und immer wieder der Blick auf das Wasser. Traditionelle Windmühlen am Wegesrand wirkten wie stille Wächter vergangener Zeiten.

In Kuressaare, der kleinen Hauptstadt, erhebt sich die mittelalterliche Burg wie ein steinernes Herzstück der Insel. Hinter den dicken Mauern lässt sich die wechselvolle Geschichte spüren - von den Deutschen Ordensrittern über die Schweden bis hin zu den Russen. Heute ist es ein Museum, doch ihr Anblick erzählt noch immer von Macht, Handel und Seefahrt.

Besonders eindrucksvoll war der Besuch des Kaali-Kraters. Hier schlug vor rund 4000 Jahren ein Meteorit ein und hinterließ eine kreisrunde Narbe in der Landschaft, heute gefüllt mit Wasser. Am Rand des Kraters standen wir still - es ist ein Ort, an dem man die Gewalt kosmischer Kräfte erahnen kann, aber auch die Mythen und Geschichten, die die Menschen seit Jahrhunderten damit verbinden.

Und dann die Natur: Felder, die sich bis zum Horizont dehnen, Moore und Wälder, die wie unberührt wirken, und Störche, die in den Sommermonaten majestätisch über die Landschaft ziehen. Alles auf dieser Insel scheint ein wenig langsamer, ein wenig stiller zu sein.

Nur eines störte die Idylle: unzählige Mücken, die uns ohne Gnade umschwirrten. Kaum ein Abend verging, ohne dass wir zerstochen wurden - ein beinahe tropisches Erlebnis mitten in Nordeuropa.

Unser Besuch auf Saaremaa war eine Mischung aus Geschichte, Natur und innerer Ruhe. Eine Insel, die nicht laut beeindruckt, sondern leise - mit Bildern, die bleiben: die Wellen an der Küste, das Gestein des Kraters, die Mauern der Burg, die Störche auf den Feldern und, ja, auch die Erinnerung an die Mücken, die uns fast zur Verzweiflung gebracht hätten. Saaremaa wirkt nach - wie ein Ort, den man nicht einfach nur gesehen, sondern ein Stück weit gespürt hat.

Saaremaa – Estlands größte Insel: Burg, Mythen und Natur
04.-09. August 2025 - 🇱🇹Kleipeda und die kurische Nehrung

Litauen

Anders als gedacht

Ehrlich gesagt hatte ich Litauen vorher unterschätzt. Was wir hier erleben durften, hat uns überrascht - und tief beeindruckt. Die Region rund um Klaipėda zeigt sich in einem spannenden Kontrast: Die Stadt selbst wirkt industriell, mit deutlichen Spuren der sowjetischen Vergangenheit, aber kaum setzt man mit der Fähre über, ist alles anders.

Die Kurische Nehrung ist wie eine andere Welt: Weite Kiefernwälder, gewaltige Dünenlandschaften, stille Dörfer und lange, nahezu unberührte Strände an der Ostsee. Es ist ein Ort, der zur Ruhe zwingt - im besten Sinne. Man hört hier den Wind, das Rauschen des Meeres und sonst… nicht viel. Und genau das macht den Zauber aus.

Besonders beeindruckt haben mich auch die Menschen. Freundlich, hilfsbereit, angenehm zurückhaltend - aber zugleich offen und zugewandt. Man fühlt sich willkommen, ohne dass es aufgesetzt wirkt.

Die Orte auf der Nehrung, etwa Nida oder Juodkrantė, strahlen eine geradezu zeitlose Ruhe aus. Und wer genauer hinsieht, entdeckt kulturelle Tiefe: das Thomas-Mann-Haus etwa, das wir allerdings nicht besichtigt haben – vielleicht ein Grund, noch einmal zurückzukehren. Spuren deutscher Geschichte, litauische Identität und landschaftliche Schönheit fügen sich hier zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

Litauen mag nicht zu den typischen Reisezielen gehören, aber genau das macht es so besonders. Dieses Land, seine Natur, seine Küste und seine Menschen haben bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Bilder und Videos, die wir aufgenommen haben, können hoffentlich ein wenig von dem vermitteln, was Worte nur schwer vollständig erfassen: die Weite, das Licht, die Ruhe - und dieses Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

09.-13. August 2025 - 🇱🇻 Der Westen von Lettland

Sommerstimmung

Lettlands Westen

Diesen Bericht machen wir uns sehr einfach, wir präsentieren einfach mal ein Video (siehe unten).

Wir waren zwar nicht faul, aber wir haben die Zeit in Lettland einfach mal genossen.


Eine Verschnaufpause ist bei so vielen Kilometern immer mal wieder nötig und so haben wir den Strand genossen, Wäsche gewaschen und die Schule geöffnet.



Lettland HD 1080p
02. - 04. August 2025 - 🇵🇱 Elk

Wow

Der schönste Campingplatz Polens

Wir finden einen netten Platz, der vom Deutschen Heinz Grundel und seiner Frau Johanna geführt wird. Ein himmlisches FLeckchen Erde inmitten der Masuren bzw. in der Nähe von Elk.

Das Bild ist definitiv nicht durch Photoshop gelaufen, und es sieht zum einen wirklich so aus, zum anderen stehen hier alle sehr weit voneinander entfernt.

31. Juli - 02. August 2025 - 🇵🇱 Malbork, Morag (Narie See)

Geschichte

Ordensburg Malbork

Auf unserem weiteren Weg Richtung Osten fuhren wir über Malbork und sahen uns die gewaltige Ordensburg an.

Die Ordensburg Malbork (deutsch: Marienburg), gelegen am westlichen Ufer der Nogat in der heutigen polnischen Stadt Malbork, ist das grösste Backsteinschloss der Welt. Ursprünglich im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden erbaut, diente sie zunächst als Sitz eines regionalen Komturs und ab 1309 als Residenz des Hochmeisters - und damit als Verwaltungszentrum des gesamten Ordensstaates.

Die Anlage beeindruckt nicht nur durch ihre schiere Grösse, sondern auch durch ihre Organisation. Innerhalb der Burgmauern lebten die Ordensritter nach strengen Regeln - mit festgelegten Gebetszeiten, klosterähnlichem Alltag, eigener Verwaltung und gut bestückten Vorratskammern. Die Burg war beinahe autark: mit eigener Mühle, Brauerei, Speicherhäusern und einer der frühesten Warmwasserheizungen Mitteleuropas.

Rund um die Burg entwickelte sich die Stadt, bewohnt von Handwerkern, Kaufleuten und einfachen Bürgern. Während die Burg stets gut versorgt war, konnte es in der Stadt durchaus zu Versorgungsengpässen kommen - besonders in schwierigen Zeiten. Es war weniger ein Miteinander als vielmehr ein Nebeneinander: Die Macht lag beim Orden, das alltägliche Leben draussen.

Den Rundgang durch die weiten Innenhöfe haben wir allerdings nicht angetreten.

Malbork ist weit mehr als ein historischer Ort. Ich finde, es ist ein beeindruckendes Zeugnis dafür, wie sehr Bauwerke von den Gesellschaften erzählen, die sie errichteten - und wie sich auch heute noch aus alten Mauern neue Gedanken entwickeln können.

Entspannung pur!

Chillen am See

Noch in Osiek trafen wir die deutschen Camper Steffi, Hanna und Marc, die uns den Tipp vom Narie-See gaben - vielen Dank dafür!

Als wir am Abend ankamen, war das Abendessen zunächst der wichtigste Programmpunkt - wir waren hungrig, und ausserdem setzte leichter Regen ein. Viel mehr war an diesem Abend nicht zu erwarten. Doch manchmal muss man einfach abwarten.
Am nächsten Morgen änderte sich alles: Die Sonne lugte durch die Wolken, und mit ihr offenbarte sich der wahre Zauber dieses Ortes.

Wir standen direkt am Ufer des Narie-Sees, umgeben von Natur, Natur - und noch einmal Natur.

Klares, stilles Wasser, das sich leicht im Wind kräuselte, ließ die aufgehende Sonne die Seeoberfläche glitzern. Am Ufer dichter Schilf, daneben Wiesen und ein Wald aus hochwachsenden Kiefern und Birken.

Wir befinden uns hier in der Region Marog, einem ruhigen, wenig touristischen Teil Polens, der genau das bietet, wonach wir gesucht haben.

29. - 31. Juli 2025 - 🇵🇱 Osiek

Endlich in der Natur

Ein naturbelassenes Refugium

Zumal uns der touristenüberlaufene Teil in Kolberg ziemlich schnell über war, haben wir nach einem Platz mit Ruhe und viel mehr Natur gesucht. (Übrigens war der letzte Campingplatz als Nummer 1 bewertet für Deutsche Urlauber)
Wir haben uns für eine Route weg von der Küste entschieden und sind weiter ins Inland gefahren – schließlich wollen wir ja unsere Route später auch Richtung Litauen fortsetzen.
Ein bis zwei Stunden Google-Suche am Abend, gepaart mit dem Blick auf die Satellitenkarten bescherte uns den gesuchten Erfolg.
Die Region um Osiek bei Kwidzyn in Nordpolen ist ein naturbelassenes Refugium, geprägt von stillen Seen, dichten Kiefernwäldern und weiten Wiesen. Besonders reizvoll: ein abgelegener See mit klarer Wasseroberfläche, einer kleinen Insel und einem hölzernen Steg.

Entspannung

Direkt am See

Ein ruhiger und vor allem sehr kleiner Campingplatz in einem Natura-2000 Gebiet, fern ab von Industrie, Städten und zu vielen Touristen.
Was für uns auf den Satellitenbildern und mit der Navigationssoftware wie ein Sprung von etwa 2 Stunden aussah, stellte sich schließlich am Ende als eine sehr ruckelnde Fahrt auf minder ausgebauten, aber betonierten Straßen dar - zum Teil mussten wir die Geschwindigkeit auf 10-20 km/h drosseln.
Wir kamen dann schließlich an dem kleinen Campingplatz kurz nach sechs Uhr an und wussten nicht, ob es möglich wäre, hier einen Platz zu bekommen.
Den beiden Jungs hing natürlich der Magen bis zum Boden und es war erst mal wichtig das Essen zu kochen.
Die Mühen hatten sich gelohnt, und es war ohne Probleme möglich, noch einen Platz zu bekommen. Uns wurde erzählt, dass die vergangenen Tage extremer Regen gefallen ist, weshalb ein Großteil des “Campingplatzes” noch leicht überschwemmt war und mit einem Mobil wie dem unsrigen nicht durchquert werden sollte.
Wir wurden definitiv fürstlich belohnt mit dem Ausblick und dem Stellplatz direkt am See. Nun erst mal Ruhe für ein bis zwei Tage.

27. Juli 2025 - 🇵🇱 Kolberg

Hochsaison

Was ist denn hier los?

Diese Etappe vom äußersten Nordosten führt uns nun nach Polen und zumal wir ja Sommerferien haben und auch mal wieder das Meer sehen wollten, verschlägt es uns nach Kolberg / Kotobrzeg. Herberge von "Geiz-ist-Geil-Deutschen" und ein Stranderlebis was seines Gleichen sucht. Touriattraktionen, Riesenrad, Zuckerwatte, sowie China-Billig-Spielzeug, Alkohol und Fast-Food. Schließlich noch ein völlig überlaufener Strand - schieben wir es mal auf den Sonntag, an welchem es alle hinaus treibt.

25. & 26. Juli 2025 - 🇩🇪 Potsdam, Templiner See, Schoss Sanssouci

Familienausflug

Königlicher Campingpark Sanssouci und Potsdam

Der Templiner See, an dem wir uns befinden, ist riesig, zumindest aus unserer Perspektive. Der Campingpark ist 2 km Luftlinie, aber 5,5 km zu Fuß vom Schloss Sanssouci entfernt – für uns zu weit, um den Weg hin zu laufen, dann im Schlosspark zu spazieren und schließlich zurück zu marschieren (~20 km). Diesen Programmpunkt heben wir uns jedoch für die Abreise auf.
Wir genießen also das Camper-Dasein, auch wenn sich unsere Vorstellung massiv von der des deutschen Durchschnitts unterscheidet. Die Tour mit dem 4er-Kanadier ist herrlich, und wir hätten statt zwei Stunden besser vier Stunden oder gar den halben Tag buchen sollen.
Von der Seeseite betrachtet, sieht die “Welt” noch besser aus und die Häuser hier und da sind wirklich schnuckelig.

23. Juli 2025 - 🇩🇪 Ammern

Feinschliff

“Erika” wird noch hübsch gemacht

Ein ruhiger Tag und endlich mal keine Ereignisse, die nicht unbedingt nötig sind. Wir haben die Jungs mit zum Schwimmbad genommen und haben die Sonne genossen. Das Aufhübschen von "Erika" haben wir dann nun auch beendet (Anbringen von Folien/Aufklebern) und wir werden am 24/07/2025 von unserem Krankenbesuch weiterreisen.

21. Juli 2025 - 🇩🇪 Ammern

Schock!

Kleine Niederlage

Unsere Planung sollte uns vorerst in die Mitte Deutschlands führen und anschließend in Richtung Neubrandenburg, damit wir unser Mobil noch mit einer Heckbox ausrüsten können.Nachdem wir jetzt eigentlich die komplette Ausrüstung abgeschlossen haben, haben wir es gewagt, uns auf die Waage zu stellen - und sind leider zu schwer.Grundsätzlich können wir mit dem Abladen von Ausrüstung und oder Wasser ohne weiteres weitermachen. Aber der geplante Komfort würde eingeschränkt sein. Eine Überlegung jagt die nächste: ein Anhänger, eine weitere Auslastung was können wir tun?

Lösung

Fakt ist, es gibt für alles eine Lösung!

Für die wissbegierigen unter euch, es verhält sich wie folgt: bei Auslieferung sollte das Mobil ein Gesamtgewicht von 3058kg haben. Hinzu kommt das Sonderzubehör, also Markise, Aufbaubatterie, Stützen, Solarpanele usw. Dann liegen wir bei etwa 3300kg. Offensichtlich haben wir mit den Füllständen von Wasser, Kraftstoff und Gas und dem Fahrer genau 4020kg auf die Waage gebracht. Zulässig sind für uns aber nur 4000kg.Wenn nun alle Mitfahrenden und das Essen hinzukommt, fehlten uns also 200-300kg. Daher unser Ahorn Canada AE aber leider nicht mehr weiter aufgelastet werden kann, daher weder Renault noch Ahorn das kommen und wollen, sind wir gezwungen Masse zu reduzieren.

P.S.: Kauft Euch kein Ahorn Mobil, wenn Ihr Großes vorhabt und gut ausgerüstet sein wollt, denn andere Plattformen und KFZ Hersteller lassen sich durchaus auf 4250kg, 4500kg oder gar >5t auflasten.

19. Juli 2025 - 🇩🇪 Abfahrt

Endlich ist es soweit, wir sind nach all den anstrengenden Tagen endlich auf dem Weg. Vorerst machen wir noch einen Zwischenstopp, damit wir einen Krankenbesuch abstatten können, beovor wir dann in Richtung Nord-Osten und Polen in die Baltische Staaten weiterfahren.

Der Anfang der Reise 4k