Zwischen Feuer und Wasser
Portugal
Der Norden Portugals empfängt uns anders als erwartet. Seit Wochen hat es nicht geregnet. Die Landschaft ist trocken, angespannt – und bereits auf den ersten Kilometern sehen und riechen wir den Rauch der Brände in den Bergen.
Unser Wohnmobil hat die Wochen unserer Thailandreise in Guimarães gewartet. Wir kehren dorthin zurück, holen es wieder ab – und setzen unsere Reise genau hier fort. Ein leiser, fast unspektakulärer Wiedereinstieg in Europa.
Von dort fahren wir weiter in die Berge, dorthin, wo das Feuer bereits Spuren hinterlassen hat.
Dort oben verändert sich das Bild. Zwischen verbrannten Flächen und Rauchfahnen liegt ein See, der fast zu viel Wasser führt. Baumkronen ragen aus der Oberfläche, als hätte das Wasser die Landschaft einfach verschoben. Ein stiller, fast unwirklicher Ort – als würde er sich nicht entscheiden können, ob er Bedrohung oder Zuflucht ist.
Gleichzeitig beginnt sich etwas zu verändern. Die ersten Knospen sind zu sehen, das Grün kehrt langsam zurück. Mit ihm kommen auch die weniger romantischen Begleiterscheinungen: laufende Nasen, Niesanfälle, Tabletten gegen die Allergie. Frühling, ganz praktisch.
Es ist Nebensaison. Ausser uns steht nur eine britische Familie auf dem Platz. Keine Enge, keine Geräusche – nur Wind, Wasser und gelegentlich der entfernte Geruch von Rauch.
Nach den Wochen in Thailand fühlt sich dieser Ort nicht wie eine Rückkehr an, sondern wie ein Übergang. Europa beginnt hier leise.
Und am Ende bleibt ein Eindruck, der sich nicht eindeutig einordnen lässt: eine Landschaft zwischen Extremen – trocken und überflutet, verbrannt und im Aufbruch zugleich.
Wunderschön.